Landschaftsfenster in Tetenbüll

Durch ein Fenster sieht man immer eine ganz bestimmte Sache, so ist das auch bei einem Landschaftsfenster. Auf der Halbinsel verteilt zeigen sie Besonderheiten von Eiderstedt, begleitet von Gedichten des Eiderstedter Künstlers und Schriftstellers Dieter Staaken sowie Informationen zum Ort.

Zwei dieser Landschaftsfenster befinden sich auf dem Gebiet von Tetenbüll. An der Ecke Bootführerdeich/Schüttkobenweg südöstlich von Tetenbüll finden Sie einen verträumten Blick auf einen typischen Haubarg und etwas versteckter, an der Ecke Schockenbüller Weg/Rothörner Weg – halbe Strecke nach Osterhever – wird ihr Blick auf eine Reetfläche gelenkt, die erst auf den zweiten Blick ihre wechselvolle Geschichte preisgibt.

Beide Landschaftsfenster sind mit dem Fahrrad gut zu erreichen -begeben Sie sich doch auf Entdeckungstour!

Gedichte von Dieter Staacken auf den Tetenbüller Landschaftsfenstern

Der eiderstedter Künstler Dieter Staacken hat sein Leben der Buchstaben-Kunst gewidmet. Seine Arbeiten vereinen Schrift und Bild und in seiner "Muttersprache" dem Plattdeutschen hat er viele Gedichte und Geschichten geschrieben. Einige seiner Bücher und Werke sind im Museum Haus Peters zu finden. 

Altes Tief“ 
Schockenbüllerweg / Rothörn

Dat Reit, dat steiht...

 

Dat Reit

dat steiht

de Wind

de weiht

de Tiet

de geiht

over dat Reit

dat steiht.

 

Dat Reit

ward meiht

de Groov

ward kleit

de Wind

de dreiht

veel Tiet

vergeiht

wo’t freert

un sneit

 

over dat Reit

dat steiht

gedeiht

un weiht

un dreiht

un steiht

un steiht

un steiht.

Haubarg“
Schüttkobenweg / Bootführerdeich

Haubargensie

 

Tempel, Türme, Schlösser,

die man für wertvoll hält,

gibt’s überall im Lande

und auf der ganzen Welt.

Sie stehen da und glänzen,

protzen mit Stuck und Schein,

wie Zwingburgen mit Kränzen

und machen Menschen klein.

 

Nicht so ein Bau des Nordens.

Sein Maßstab: Mensch und Tier,

das Maß der Eiderstedter,

der Marschbauern von hier.

Von weitem kaum zu sehen,

nicht Schmuck, nicht Glitzerpracht,

nicht Krönung von Gipfelhöhen

ist’s, was ihn einzig macht.

 

Im Gegenteil – verborgen,

sich bergend, schamhaft –kühl,

still in sich selber ruhen,

im Selbstwerthochgefühl,

so liegt es da, das Bauwerk,

von weitem halliggleich,

herrlich, ohne zu herrschen,

in seinem Marschenreich.

 

Auszug aus dem Gedicht von Dieter Staacken 

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